Vermittler von Versicherungen haben es nicht einfach.
Beratung, die vom Beratenen eine Auseinandersetzung mit den Risiken seines Lebens erfordert, ist für ihn unbequem. Wenn der Berater dann auch noch in der Gestalt eines Verkäufers daher kommt, ist das Geschäft schwer.
Die Versicherer haben in den vergangenen Jahrzehnten in ihrem Einflussbereich vieles zugelassen, was seit einigen Jahren als negative Dividende zurück fließt.
Die Lebensversicherung wird von Gerichten in ihrem Bestand bedroht und Verbraucherschützer empfehlen gar ein Sparbuch als besser geeignet für die Altersvorsorge als eine Rentenversicherung.
Die Sachversicherung liefert sich in der Sparte, die beim Kunden größte Aufmerksamkeit genießt - der KFZ-Versicherung - einen Wettbewerb, den letztendlich keiner gewinnen kann.
Da haben Vermittler als Botschafter der Branche nicht wirklich nachhaltig für einen guten Ruf gesorgt. Vielleicht nicht alle, jedenfalls aber viele Vermittler, die die Schlagzeilen bestimmen.
Entweder weil sie große Zahlen von Verkäufern im Markt tätig werden ließen oder weil getreu nach dem Spruch " Wer nichts wird, wird ....., und ist ihm auch dieses nicht gelungen, macht er in Versicherungen" schlecht oder wenig ausgebildete Verkäufer auf die Kunden hetzten. Hetzen ist das richtige Wort, denn die Vorgaben für die Verkäufer waren nur für die Gesellschaften gut, nie für die Vermittler oder den Kunden.
Was tun?
Der erste Schritt ist getan. Das Gewerbe kann nicht mehr ohne eine Zulassung ausgeübt werden. Gut gemeint! Aber nicht gut gemacht!
Die Anforderungen an die Ausbildung vor Zulassung sind ein Witz. Wenn ein Handwerk betrieben werden soll, ist eine Lehre, eine Gesellenzeit und eine Meisterprüfung zu absolvieren. Der Berater in Sachen Versicherung ist nach wenigen Wochen ausgebildet und darf tätig werden. Da war die Lobby erfolgreich. Nicht nur der Vermittler, auch der Versicherer. Kann man nur noch feststellen, ändern lässt sich das nicht.
Und weiter?
Prüfen wird die Lage. Zweifelt jemand daran, das Versicherer von Vermittlern abhängig sind wie das Säugetier von der Atemluft? Ernsthaft? Viele Millionen EURO pumpen Vertriebsvorstände in die Vermittleroganisation. Und in die Werbung. Wer nimmt dann den Kontakt zu den Kunden auf? Der Vermittler.
Das ist doch grundsätzlich eine komfortable Position. Darauf lässt sich aufbauen. Allein ist der Vermittler nicht stark. Aber in der Gemeinschaft vieler Vermittler sieht das schon anders aus.
Gibt es schlagkräftige Organisationen der Vermittler? Es müssen sich ja nicht Agenten und Makler unter einen Hut begeben. Auf beiden Seiten fehlt es an Wirkung.
Donnerstag, 29. Oktober 2009
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