Ja, Ja! Das Leben ist schwer. Überall droht Haftung. Und die naheliegende Lösung: Versicherungsmakler.
Heute sehe ich die Präsentation eines Maklers, der für sich wirbt. Zielgruppe: Insolvenzverwalter. Werbenachricht: Unzureichender Versicherungsschutz, Überversicherung des insolventen Unternehmens oder fehlerhafte Entscheidungen des Verwalters in Bezug auf Prämie, Obliegenheiten oder Entschädigungen lassen den Insolvenzverwalter gegenüber den Massegläubigern auf Entschädigung haften.
Besonderes Merkmal des Maklers: Unabhängig und - man ahnt es schon - Schwerpunkt "Insolvenzen".
Was sagt die Werbung über die Zielgruppe? Ihr Insolvenzverwalter habt keine Ahnung von Versicherung und allen damit verbundenen Fragen.
Ein Zitat aus der Präsentation:
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Folie I
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Praxis-Beispiel 1
Im Rahmen der vorl. Insolvenz stimmt der InsV der Zahlung der Versicherungsprämie für einen Gebäudeversicherung (zum Abriss bestimmt) nicht zu und nimmt keinen anderweitigen Versicherungsschutz.
Der Versicherungsschutz erlischt!
Der InsV entscheidet sich wissend und willentlich gegen die Fortführung des Versicherungsschutzes.
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Folie II
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Mögliche Folgen
Bei einem Brandschaden(z.B. durch Kurzschluss elektrischer Leitungen) nach Eröffnung des InsV könnte es zu Kontaminationen des Erdreiches kommen.
Eine Auskofferung muss durchgeführt werden, die zu Lasten der Masse gehen könnte.
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im Copy/Paste - Verfahren. (Fehler original in der Präsentation)
Was sagt uns das Beispiel?
Gehen wir davon aus, er meint die Gebäudeversicherung. Ein zum Abriss bestimmtes Gebäude ist in der Gebäudeversicherung kaum versicherbar. Wo liegt das versicherbare Interesse? In der Feuerversicherung jedenfalls nicht. Mir scheint die Entscheidung des Verwalters nachvollziehbar. Wenn er dann noch dafür sorgt, daß in dem zum Abriß bestimmten Gebäude die Sicherungen entfernt werden, und eine Sicherung gegen unbefugten Zugang installiert wird, dann hat er grundsätzlich alle Pflichten gegenüber den Gläbigern erfüllt.
Vielleicht meint der Makler die EC-Versicherung? Gesagt hat er das nicht. Aber er ist eben Makler mit Schwerpunkt "Insolvenzen".
Insolvenzverwaltern kann man nur raten, Spezialmaklern "Insolvenzen" auf den Zahn zu fühlen, wenn der insolvente Betrieb über keinen betreuenden Makler verfügt.
Freitag, 30. Oktober 2009
Donnerstag, 29. Oktober 2009
Sebstverständnis
Vermittler von Versicherungen haben es nicht einfach.
Beratung, die vom Beratenen eine Auseinandersetzung mit den Risiken seines Lebens erfordert, ist für ihn unbequem. Wenn der Berater dann auch noch in der Gestalt eines Verkäufers daher kommt, ist das Geschäft schwer.
Die Versicherer haben in den vergangenen Jahrzehnten in ihrem Einflussbereich vieles zugelassen, was seit einigen Jahren als negative Dividende zurück fließt.
Die Lebensversicherung wird von Gerichten in ihrem Bestand bedroht und Verbraucherschützer empfehlen gar ein Sparbuch als besser geeignet für die Altersvorsorge als eine Rentenversicherung.
Die Sachversicherung liefert sich in der Sparte, die beim Kunden größte Aufmerksamkeit genießt - der KFZ-Versicherung - einen Wettbewerb, den letztendlich keiner gewinnen kann.
Da haben Vermittler als Botschafter der Branche nicht wirklich nachhaltig für einen guten Ruf gesorgt. Vielleicht nicht alle, jedenfalls aber viele Vermittler, die die Schlagzeilen bestimmen.
Entweder weil sie große Zahlen von Verkäufern im Markt tätig werden ließen oder weil getreu nach dem Spruch " Wer nichts wird, wird ....., und ist ihm auch dieses nicht gelungen, macht er in Versicherungen" schlecht oder wenig ausgebildete Verkäufer auf die Kunden hetzten. Hetzen ist das richtige Wort, denn die Vorgaben für die Verkäufer waren nur für die Gesellschaften gut, nie für die Vermittler oder den Kunden.
Was tun?
Der erste Schritt ist getan. Das Gewerbe kann nicht mehr ohne eine Zulassung ausgeübt werden. Gut gemeint! Aber nicht gut gemacht!
Die Anforderungen an die Ausbildung vor Zulassung sind ein Witz. Wenn ein Handwerk betrieben werden soll, ist eine Lehre, eine Gesellenzeit und eine Meisterprüfung zu absolvieren. Der Berater in Sachen Versicherung ist nach wenigen Wochen ausgebildet und darf tätig werden. Da war die Lobby erfolgreich. Nicht nur der Vermittler, auch der Versicherer. Kann man nur noch feststellen, ändern lässt sich das nicht.
Und weiter?
Prüfen wird die Lage. Zweifelt jemand daran, das Versicherer von Vermittlern abhängig sind wie das Säugetier von der Atemluft? Ernsthaft? Viele Millionen EURO pumpen Vertriebsvorstände in die Vermittleroganisation. Und in die Werbung. Wer nimmt dann den Kontakt zu den Kunden auf? Der Vermittler.
Das ist doch grundsätzlich eine komfortable Position. Darauf lässt sich aufbauen. Allein ist der Vermittler nicht stark. Aber in der Gemeinschaft vieler Vermittler sieht das schon anders aus.
Gibt es schlagkräftige Organisationen der Vermittler? Es müssen sich ja nicht Agenten und Makler unter einen Hut begeben. Auf beiden Seiten fehlt es an Wirkung.
Beratung, die vom Beratenen eine Auseinandersetzung mit den Risiken seines Lebens erfordert, ist für ihn unbequem. Wenn der Berater dann auch noch in der Gestalt eines Verkäufers daher kommt, ist das Geschäft schwer.
Die Versicherer haben in den vergangenen Jahrzehnten in ihrem Einflussbereich vieles zugelassen, was seit einigen Jahren als negative Dividende zurück fließt.
Die Lebensversicherung wird von Gerichten in ihrem Bestand bedroht und Verbraucherschützer empfehlen gar ein Sparbuch als besser geeignet für die Altersvorsorge als eine Rentenversicherung.
Die Sachversicherung liefert sich in der Sparte, die beim Kunden größte Aufmerksamkeit genießt - der KFZ-Versicherung - einen Wettbewerb, den letztendlich keiner gewinnen kann.
Da haben Vermittler als Botschafter der Branche nicht wirklich nachhaltig für einen guten Ruf gesorgt. Vielleicht nicht alle, jedenfalls aber viele Vermittler, die die Schlagzeilen bestimmen.
Entweder weil sie große Zahlen von Verkäufern im Markt tätig werden ließen oder weil getreu nach dem Spruch " Wer nichts wird, wird ....., und ist ihm auch dieses nicht gelungen, macht er in Versicherungen" schlecht oder wenig ausgebildete Verkäufer auf die Kunden hetzten. Hetzen ist das richtige Wort, denn die Vorgaben für die Verkäufer waren nur für die Gesellschaften gut, nie für die Vermittler oder den Kunden.
Was tun?
Der erste Schritt ist getan. Das Gewerbe kann nicht mehr ohne eine Zulassung ausgeübt werden. Gut gemeint! Aber nicht gut gemacht!
Die Anforderungen an die Ausbildung vor Zulassung sind ein Witz. Wenn ein Handwerk betrieben werden soll, ist eine Lehre, eine Gesellenzeit und eine Meisterprüfung zu absolvieren. Der Berater in Sachen Versicherung ist nach wenigen Wochen ausgebildet und darf tätig werden. Da war die Lobby erfolgreich. Nicht nur der Vermittler, auch der Versicherer. Kann man nur noch feststellen, ändern lässt sich das nicht.
Und weiter?
Prüfen wird die Lage. Zweifelt jemand daran, das Versicherer von Vermittlern abhängig sind wie das Säugetier von der Atemluft? Ernsthaft? Viele Millionen EURO pumpen Vertriebsvorstände in die Vermittleroganisation. Und in die Werbung. Wer nimmt dann den Kontakt zu den Kunden auf? Der Vermittler.
Das ist doch grundsätzlich eine komfortable Position. Darauf lässt sich aufbauen. Allein ist der Vermittler nicht stark. Aber in der Gemeinschaft vieler Vermittler sieht das schon anders aus.
Gibt es schlagkräftige Organisationen der Vermittler? Es müssen sich ja nicht Agenten und Makler unter einen Hut begeben. Auf beiden Seiten fehlt es an Wirkung.
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